Konzept

KonzeptAusgangslage

Der knapp einen Hektar große Gartenbereich am östlichen Rand des kleinen Straßendorfes Pehlitz beherbergte bis nach dem 2. Weltkrieg die Wohnunterkünfte der Landarbeiter des benachbarten Gutshofes und deren Selbstversorgergärten. Von den Gebäuden zeugen heute nur noch einzelne Tonziegel und gespaltene Granit-Mauersteine, die sich überall auf dem Gelände finden lassen. Überdauert haben dagegen die 1936 gepflanzten Apfelbäume, die zu ausdrucksstarken, wenn auch ruinösen Baumpersönlichkeiten geworden sind.

Zu DDR-Zeiten wurde das Gelände dann vom Reichsbahn Ausbesserungswerk Leipzig als Jugendfreizeit-Lager genutzt. Aus dieser Zeit sind eine Reihe von spartanischen Holzunterkünften erhalten. Und jede Menge Fichtenreihen, die wohl als Windschutz gedacht waren, aber in erster Linie die  Blickachsen in die umgebende Hügellandschaft verstellen.

Die historischen Anknüpfungspunkte für die Neugestaltung des Gartens sind entsprechend dürftig, umso bedeutsamer ist der Bezug zur uckermärkischen Landschaft.

Prunus domestica WordPress

Blick von Süden auf den Garten im Ursprungszustand Frühling 2015: eingehüllt in weiße Wolken der Hauspflaumen.

Grundidee

Das übergeordnete Thema des Margarethenhofes ist der Wandel des Verständnisses und der Betrachtungsweise von Natur und Landschaft vom ausgehenden Mittelalter bis in die Moderne. Dabei gehen wir davon aus, dass mit der sich wandelnden Selbstverortung der Menschheit im Verhältnis zur Natur ein Wandel der ästhetischen Wahrnehmung von Landschaft und Garten verbunden ist.

In der Gartenkunst spiegeln sich die drei unserer Meinung nach markantesten Sichtweisen auf Natur und Landschaft wieder. Wir nennen diese Zeitabschnitte den campanischen Blick, den arkardischen Blick und den bukolischen Blick. Grob vereinfacht ausgedrückt hat sich die Sichtweise der Menschheit auf Natur und Landschaft dabei von drei Motiven leiten lassen: Furcht, Idealisierung und Mitleid.

Die drei Betrachtungsweisen folgten zwar zeitlich aufeinander, lösten sich aber nicht ab. Mit jedem neuen Blick erweitert sich vielmehr die Naturerfahrungsfähigkeit der Menschheit. Jede Entwicklungsstufe führt der Naturästhetik neue Elemente hinzu, die als schön empfunden werden können.

Federgrassteppe

Nachgebildete Federgrassteppe im Hochsommer u.a. mit Stipa pennata, Stipa capillata, Phleum phleoides, Scabiosa canescens und Echium vulgare

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