güldene Garben und bunte Säume

Ackerrandstreifen mit Klatsch-Mohn und Echter Kamille

Ackerrandstreifen mit Klatsch-Mohn und Acker-Hundskamille

Ein reifes, gold-gelbes Getreidefeld dass sich im warmen Sommerwind in sanften Wellen wiegt ist eines der Ur-Bilder des Kulturlandschaftsbaus. Es ist von hoher Symbolkraft und sogar religiös aufgeladen.

In der Gartengestaltung spielen Kornacker nicht nur mangels Platz keine Rolle. Wir glauben aber, dass ein Gartenraum, der sich „Campanien“ nennt versuchen muss, die gartenästhetischen Potenziale eines Getreidefeldes zu heben.

Wir wissen es nicht, glauben aber, dass ein extensiv kultiviertes, natürlich nicht herbizidbehandeltes Kornfeld ganzjährig ein berührender Anblick sein kann. Nach dem Umbruch im Frühjahr symbolisiert die nackte Krume und die aufgehende Saat den Neuanfang und die menschliche Kontrollfähigkeit. Im Sommer schaffen Ackerwildkräuter bunte Flächen. Im Spätsommer verspricht das reife Korn reiche Ernte und einen sorglosen Winter.

Die Zielvorstellung ist ein Kornacker auf einem kalkreichen, frischen Lehmboden mit einer intensiven Begleitflora aus Klatschmohn-Gesellschaften. Wichtige Zielarten sind:

Klatsch-Mohn (Papaver roheas), Kornrade (Agrostemma githago), Acker-Rittersporn (Consolida regalis), Echte Kamille (Matricaria chamomilla), Kornblume (Centaurea cyanus), Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense),

Als ergänzende Begleiter dienen u.a. Gewöhnlicher Erdrauch (Fumaria officinalis), Saat-Mohn (Papaver dubium), Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis), Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis), Gemeiner Windhalm (Apera spica-venti), Acker-Wolfsmilch (Euphorbia helisocopia),

sandig und mager

Trockene Böschung auf Sand mit Schafschwingeln und aspektbildendem Milden Mauerpfeffer

Trockene Böschung auf Sand mit Schafschwingeln und Zypressen-Wolfsmilch sowie aspektbildendem Mildem Mauerpfeffer

Bei den Sandtrockenrasen ist der Name Programm: sie entstehen auf leichten, grundwasserfernen Sandböden in vollsonnigen Lagen. Die Böden halten neben Wasser auch Nährstoffe sehr schlecht und sind durch die frühere Schafbeweidung zusätzlich ausgehagert.

Auf Binnendünen mit basenarmen, oft sauren Sanden können sich artenarme, lückige Pionierrasen mit dem charakteristischen Silbergras halten. Auf neutralen bis kalkreichen Sanden entstehen artenreichere, oft blütenbunte Grasnelkenfluren bzw. Schillergrasrasen.

Diese niedrigen Rasen bilden auf dem Margarethenhof den Vordergrund für die höherwüchsigen Federgras-Steppenrasen und die Halbtrockenrasen bzw. die mageren Frischwiesen.

Bei den Charakterarten der Sandtrockenrasen handelt es sich meist um recht ausbreitungs- und versamungsfreudige Arten. Sie sind in Mitteleruopa aufgrund ihrer Konkurrenzschwäche darauf angewiesen, offene Bodenstellen rasch zu besiedeln. Sie lassen sich daher fast alle gut und willig aus Saatgut etablieren.

Die Unterhaltungspflege muss in gewisser Weise den Fraßdruck der Schafe nachahmen, indem expansive und wuchsstarke Eindringlinge selektiv beseitigt werden. Dabei wird mit der Zeit auch das Übermaß an Stickstoff und Phosphaten zurückgeführt, das selbst die verwendeten Sandsubstrate aufweisen. Je ausgemergelter der Boden, desto geringer wird der Pflegeaufwand der Sandtrockenrasen.