Ein Garten im Werden.

In den nächsten Jahren wächst zwei Kilometer nördlich von Brodowin auf einem knappen Hektar Fläche ein ländlicher Garten, eingebettet in die Hügel der Uckermark.

Blick nach Osten. Nach der Beseitigung einer Fichtenreihe erstmals sichtbar: die Landschaft, eine Rosskastanie und ein Holzapfel

Nach der Beseitigung einer Fichtenreihe erstmals sichtbar: die Landschaft und eine Rosskastanie

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Nachbildung eines Sandtrockenrasens u.a. mit Silbergras, Sand-Strohblume, Sand-Thymian – und verirrtem Klatschmohn.

Der Margarethenhof knüpft konzeptionell nicht an die zu Beginn des 20. Jahrhunderts als typisch bäuerlich definierten Ideale an. Das Kernthema des Gartens ist die Entwicklung des Natur- und Landschaftsverständnisses in Mitteleuropa in den letzten 500 Jahren.  Wir betrachten hierzu drei Epochen genauer: die Nützlichkeits-Gärten der Renaissance mit ihrer aus heutiger Sicht klaren Abgrenzung zur wilden Natur, die von romantischer Naturidealisierung bestimmten Landschaftsgärten der Aufklärung und die in der Romantik vorgedachte, bisher aber kaum umgesetzte Hinwendung zur authentischen, wahrhaft wilden, erhabenen Natur.

Uns interessiert dabei in erster Linie der emotionale Spannungsbogen des Gartens, der uns im Nützlichkeitsgarten in Sicherheit bettet, im Landschaftsgarten auf´s Angenehmste anregt und in der Ur-Landschaft den Widerstreit zwischen Angst und Neugier in uns entfacht. Die Gartenteile sprechen die Urbedürfnisse des Jägers und Sammlers in uns in unterschiedlichen Intensitäten an und erlauben dem Besucher im Garten eine Reise durch die eigene Gefühlslandschaft.

In weiten Teilen wird der Margarethenhof  von Vegetationsbildern bestimmt sein, die sich eng an den Biotoptypen der umgebenden Landschaft orientieren. Im Idealfall werden diese Flächen den Betrachter nicht an den Designer dahinter  erinnern und dennoch – oder gerade deswegen – als ästhetisch-emotional anregend empfunden werden. Hier geht es um die Gradwanderung zwischen Glaubhaftigkeit der Pflanzung einerseits und der ästhetischen Akzeptanz andererseits.

Nicht zuletzt nutzen wir den Margarethenhof, um unser Erfahrungswissen in der Pflanzenverwendung zu vertiefen. Denn am Ende ist eben doch nichts ist so erhellend, wie Pflanzen beim Wachsen zuzuschauen… Dieses Wissen wiederum fließt bereits heute direkt und laufend in unsere Online-Pflanzendatenbank.

Iris sibirica Pehlitz 05-2017 05pr2

Nachbildungen heimischer Feuchtwiesen haben großes ästhetisches Potenzial, wie hier Iris sibirica und Bistorta officinalis beweisen.

 

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